Wissen rund um Hunde aus Rumänien, Ungarn, Balkan

Über uns

 

Warum diese Website?

 

Mit diesem Projekt möchte ich das Bewusstsein für die Besonderheiten von Hunden aus dem osteuropäischen Tierschutz schärfen. Diese Hunde werden in ihrem Verhalten oft missverstanden – und genau daraus entstehen viele Probleme, die sich vermeiden ließen.

 

Nach einem langen Weg mit vielen Rückschlägen und Missverständnissen sind Lucy und ich heute ein eingeschworenes Team. Ich teile mein Wissen, um anderen Mensch-Hund-Teams den gemeinsamen Weg zu erleichtern.

 

Ein braun-weißer Hund steht auf Gras neben einem Baumstamm.

Lucy vor der Adoption (2018). 

Foto: privat

 

Wie alles begann

 

Lucy kam als Welpe über ein örtliches Tierheim nach Deutschland. Geboren wurde sie im öffentlichen Shelter von Botoşani, im nordöstlichsten Bezirk Rumäniens. „Ressourcenverteidigend und unverträglich mit anderen Hunden" – so beschrieb die Vermittlerin dieses zarte, verunsicherte Wesen. Kaum zu glauben.

 

Die ersten Wochen offenbarten eine Welt voller Widersprüche. Ein hundert Meter entfernter Pfosten, ein an der Wand lehnender Besen oder eine Mülltonne konnten Lucy völlig aus dem Konzept bringen. Feuerwerk, Salutschüsse oder zischende Lkw-Bremsen hingegen ließen sie kalt. Ihre Reaktionen waren für mich schwer einzuschätzen. Ich suchte Unterstützung und traf auf kompetente Trainer, die sich sehr bemühten – und doch blieben die Fortschritte überschaubar.

 

Was ich erst im Rückblick verstand

 

Lange suchte ich den Schlüssel an der falschen Stelle. Lucy galt als Angsthund, und wir trainierten entsprechend. Erst später wurde mir klar, dass ich selbst drei Dinge tat, die unsere Schwierigkeiten verschärften, statt sie zu lösen:

 

1. Ich wollte dieses ängstliche Tier um jeden Preis beschützen.

2. Ich hatte Mitleid und wünschte mir verzweifelt, dass es diesem armen Wesen endlich gut geht.

3. Und ich war selbst unsicher im Umgang mit ihr – keine souveräne Sozialpartnerin, die ihr Orientierung und Sicherheit geben konnte.

 

Was den Wendepunkt brachte und wie aus zwei Verunsicherten ein Team wurde, erzähle ich ausführlich in meinem Buch. Hier nur so viel: Der entscheidende Schritt war, Lucy nicht länger als armes Opfer zu sehen, sondern als das, was sie ist: eine Hündin aus einer anderen Kultur. 

 

 

Lucy (2023). Foto: privat

Mehr über den Hundetyp aus Osteuropa findest du in dem Beitrag Straßenhunde - mehr als Mischlinge. Dich interessiert, welches Verhalten deines Hundes zu seinem Charakter gehört und nicht als Folge eines Traumas entstanden ist? Dann empfehle ich dir den Beitrag Trauma oder Anpassung.

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